
Fast 100 Jahre Rheinblick
Die Geschichte der Rheinbude beginnt im Jahr 1928. Günter Opherden baute auf diesem Grundstück mit direktem Rheinblick einen kleinen Kiosk Zum „Tony“. Der jedoch bereits 1933 abbrannte.
Sein Sohn Anton Opherden – von allen nur Toni genannt – machte weiter, baute ihn wieder auf und erweiterte ihn in den 1960er Jahren immer wieder. Schließlich entstand so in den 60er Jahren ein Gasthaus mit Stahlbetonträgern und Holzfassade, wegen des regelmäßigen Hochwassers.
Die Holzwände sollten herausgenommen werden können. Ganz so einfach war das in der Praxis allerdings nicht. Also öffnete man bei steigendem Wasser kurzerhand die vordere und hintere Tür – und der Rhein floss durch den Gastraum.
Die Speisekarte war damals sehr übersichtlich. Es gab genau drei Gerichte: Kartoffelsalat, Würstchen und Kartoffelsalat mit Würstchen.
Beim Hochwasser 1974 konnte Rainer Opherden, der Sohn der Familie, sogar mit dem Boot durch die Urdenbacher Kämpe zur Schule fahren.





Eine komplizierte Immobilie mit Potenzial
Im Frühjahr 2021 kaufte der ehemalige Hotelier Hans-Günther Oepen „Zum Toni“. Aufmerksam gemacht hatte ihn seine Steuerberaterin mit den Worten:
„Du bist doch der Spezialist für komplizierte Immobilien.“
Und kompliziert wurde es tatsächlich. Die Rheinbude liegt mitten im Natur- und Wasserschutzgebiet – rund zwei Kilometer vom nächsten Wohngebiet entfernt. Allein diese besondere Lage machte Planung, Genehmigungen und Umbau zu einer echten Herausforderung.
Was von außen nach einem überschaubaren Umbau aussah, war in Wirklichkeit ein aufwendiges Projekt mit zahlreichen behördlichen Auflagen und technischen Besonderheiten. Eigentlich war eine Eröffnung bereits für den Sommer geplant. Doch es dauerte deutlich länger als erwartet.
Im September 2024 war es dann endlich so weit: Die Rheinbude öffnete ihre Türen.
Beim Umbau wurde das alte Gebäude vollständig bis auf die Stahlbetonträger zurückgebaut.
Alles andere wurde neu gedacht und neu aufgebaut.
Dass sich hier etwas verändern würde, war allerdings schon vorher kaum zu übersehen. Zwischenzeitlich wurde das Gebäude in einem schrillen Gelb angestrichen – eine ziemlich bekloppte Idee eines guten Freundes, um Ausflüglern zu zeigen: Hier tut sich bald was! Torsten Winter vom benachbarten „Haus Ausleger“ witzelte regelmäßig, dass hier eine DHL-Filiale entstehen würde.





Neu gedacht. Für einen besonderen Ort.
Das Haus wurde komplett umgestaltet und verbindet heute klare Architektur im Bauhaus-Stil mit moderner Technik und den besonderen Anforderungen eines Standorts direkt am Rhein.
Die Rheinbude liegt mitten im Natur- und Wasserschutzgebiet und ist nicht an das öffentliche Abwassernetz angeschlossen. Deshalb musste vieles anders geplant und umgesetzt werden als bei einem gewöhnlichen Gastronomiebetrieb.
Die Rheinbude verfügt über einen eigenen Brunnen und eine Sickergrube. Dazu kommt ein aufwendiger Hochwasserschutz mit speziellen Spunt-Wänden, die bei Bedarf eingeklinkt werden können. Zum Glück mussten sie bisher noch nicht zum Einsatz kommen. Auch die Küche ist auf die besondere Lage vorbereitet und komplett mobil.





Heute: Beachclub am Rhein
Aus dem kleinen Kiosk von 1928 ist fast 100 Jahre später ein entspannter Beachclub geworden. Sand unter den Füßen. Liegestühle. Kalte Drinks. Kleinigkeiten zu essen. Chillige Musik und natürlich: Rheinblick.
Die Musik gehört dabei genauso zur Rheinbude wie der Sand. Ein bisschen Urlaub. Direkt vor der Haustür.
Eben: Bits and Beats at the Beach.
